Funktionsweise eines Rohrmotors
Ein herkömmlicher Rohrmotor (Rolladenmotor) besteht im wesentlichen aus zwei Teilen: einer festen Einheit zur Anbringung an einer Seite des Rolladenkastens und einem beweglichen Teil, der mit der eigentlichen Welle verbunden wird. An dieser Welle hängt dann über Metalfedern verbunden der Rolladenpanzer. Der Motoranschluss besitzt normalerweise 4 Kabel: Nullleiter (blau), Erde (gelb/grün) und je ein schwarzes (oder schwarz/braunes) Kabel für die beiden Laufrichtungen (hoch/runter).
Steuerung durch den HomeMatic- Aktor
Der HomeMatic-Aktor besitzt ebenfalls Anschlüsse für den Nulleiter sowie für eine Phase (L1, L2 oder L3) und Ausgänge für die beiden Laufrichtungen. Im inneren des Aktors befinden sich zwei Relais die so miteinander verbunden sind, dasss ein gleichzeitiges Ansteuern der Laufrichtungen nicht möglich ist, da es ansonsten zu einem Kurzschluss kommen könnte.
Im Auslieferungszustand (und ohne Einsatz der HomeMatic-Zentrale) wird beim Ansteuern die jeweilige Laufrichtung für etwa 3 Minuten angesteuert. Ein angeschlossener Rolladen sollte in dieser Zeit also problemlos komplett hoch bzw. runterfahren können. Moderne Rolladenmotoren besitzen eine Endabschaltung, die in den Extremposition den Strom zum Motor automatisch abschalten. Motoren mit Sicherheitsabschaltung reagieren auch auf evtl. Hindernisse (z.B. Möbel oder zugefrorene Rolladenpanzer im Winter).
Einstellparameter mit Einsatz der Zentrale
Besitzt man eine HomeMatic-Zentrale, können die Zeiten für die beiden Laufrichtungen getrennt und eine Zahl für die so genannten Kalibrierungsfahrten eingestellt werden.
Um auch Positionen innerhalb der Grenzen (komplett oben bzw. unten) korrekt anzufahren, sollte der Aktor die benötigten Zeiten wissen. Dazu misst man mit einer Stoppuhr die Zeit, die der Rolladen für ein komplettes hoch- bzw. runterfahren benötigt. Man sollte das Spiel zwei, drei Mal machen und daraus eines Mittelwert bilden. Die Ergebnissen addiert man nun mit einer kleinen Pufferzeit (~ 3-5 Sekunden) und trägt die Werte ein.
Zu beachten ist, das eine Anfahrposition von 50% in der Praxis nicht bedeutet, dass der Rolladen dann exakt zur Hälfte im Fenster steht, sondern dass bei z.B. ursprünglich eingestellten 50 Sekunden der Aktor nur 25 Sekunden angesteuert wird. Da sich ein Rolladen beim Herunterfahren nach Erreichen des Fensterbrettes noch ein wenig weiterbewegt, um die Lücken zwischen den Panzerelementen zu schließen, muss man mit den Anfahrpositionen ein wenig experimentieren.
Kalibrierungsfahrten
Bei dem Wert für Kalibrierungsfahrten handelt es sich um eine Einstellung die besagt, nach wieviel Zwischenfahrten auf Positionen innerhalb 0-100% der Aktor zunächst eine Endposition anfährt, bevor er die eigentlich gewünschte Position in Angriff nimmt.
Bewegt sich ein Rolladen häufig zwischen den Extrempositionen, kann die Genauigkeit zum Anfahren einer bestimmten Position dauerhaft negativ beeinträchtigt werden. Stößt der Rolladen z.B. wie oben beschrieben auf ein Hinderniss und stoppt, wird evtl. schon die nächste, anzufahrende Position nicht mehr genau sein.
Aus diesem Grund führt der Aktor dann nach einer gewissen Anzahl Zwischenfahrten die Kalibrierungsfahrt durch.
Wird der Rolladen zwischenzeitlich einmal
komplett hoch bzw. runtergefahren, wird dies intern als Kalibrierungsfahrt gewertet.
