Bei HomeMatic handelt es sich um ein Hausautomationssystem der Firma eQ-3. Geschichtlich ist dieses
als Nachfolgesystem von FS20 des gleichen Herstellers zu sehen, auch wenn beide in einigen Dingen grundverschieden sind. HomeMatic nutzt z.Bsp. ein bidirektionales Funkprotokoll namens
BidCoS, das nicht kompatibel mit dem des FS20-Systems ist. Über Lösungen von
Drittherstellern (z.Bsp. IP-Symcon oder Cux-Daemon) ist es mittlerweile aber möglich, beide Systeme miteinander zu verbinden.
Dies ist gerade für Umsteiger interessant, müssen doch nicht gleich alle Komponenten durch neue HomeMatic-Varianten ersetzt werden. HomeMatic wird vom Hersteller nicht primär als
Bastelsystem verstanden, weshalb im Gegensatz zu FS20 nur wenige Bausätze existieren und sich eine Integration in eigene Lösungen als schwierig erweisen. Auch hier könnte eine Kombination mit
entsprechenden FS20-Komponenten durchaus sinnvoll sein.
Der Schwerpunkt des Systems liegt im Funkbereich, wenngleich es die wichtigsten Komponenten auch als
drahtgebundene Varianten gibt. Hier dient der so genannter RS485-Bus als Kommunikationskanal, der neben der 24V (+/GND) Stromversorgung über zwei zusätzliche
Adern (A/B) angebunden wird. Im drahtgebundenen Bereich gibt es sowohl Komponenten für die Montage im Schaltschrank (Hutschiene) als auch als Unterputz-Variante. Im
Funkbereich existieren Komponenten für normale Steckdosen (Zwischenstecker), Zwischendecken, Unterputz und Aufputz sowie neuerdings auch für die
Hutschienenmontage.
Kern des Systems bildet die HomeMatic-Zentrale
CCU1, die über weitreichende Steuermöglichkeiten verfügt. Programmiert über einen normalen Web-Browser lassen sich damit komplexe Automationen realisieren, die z.Bsp. mit
FS20 so nicht möglich wären. Für den Einsatz der drahtgebundenen Komponenten des Systems ist die CCU1 zwingend nötig, bietet sie doch derzeit als einzige Zentrale den
erforderlichen Bus-Anschluss. Aber auch ohne CCU1 lässt sich HomeMatic bereits in den eigenen vier Wänden einsetzen. Nahezu alle erhältlichen Funk-Empfänger lassen sich mittels so
genannter Direktverknüpfungen mit entsprechenden Sendern verbinden. So lassen sich mit einer Fernbedienung bequem sämtliche Lichter von von der Couch aus ein-, ausschalten oder
auch dimmen. Diese Kombination bietet gegenüber den billigeren Baumarktlösungen zunächst keinen Vorteil. Interessant wird es aber, wenn man dann, je nach verfügbaren Budget, in eine CCU
oder den USB- bzw. LAN-Adapter investiert. Mit allen drei Modulen lassen
sich die Direktverknüpfungen konfigurieren und den eigenen Wünschen anpassen. So kann man z.Bsp. einstellen, wie lange das Licht eingeschaltet bleiben soll, bevor es automatisch wieder ausgeht,
kann eine Treppenhaussteuerung- oder ein sanftes Dimmen von Lampen realisieren. Mit der CCU1 hat man darüberhinaus weiterreichende Steuerungsmöglichkeiten, die man eigens programmieren kann. So
kann z.Bsp. das Haustürlicht automatisch bei Dämmerung eingeschaltet werden oder die Rolläden im Sommer runterfahren, wenn es draußen zu warm wird.
Das System lässt sich
jederzeit durch den modularen Ansatz erweitern. Aktuell sind Komponenten aus folgenden Bereichen erhältlich: Fernbedienungen, Schalten und Dimmen,
Sicherheit sowie Wetter und Klima. Seit Einführung des Systems im Jahre 2007 hat sich eine große Community gebildet, die durch viel
Eigenengagement viele nützliche Erweiterungen zu Tage gebracht hat. Neben Steuerungsmöglichkeiten
via Android basierenden Smartphones gibt es u.a. zahlreiche Erweiterungen für die CCU1, die diese z.Bsp. um eine EMail-Funktion erweitert oder via Telnet oder FTP erreichbar macht. Auch kommerzielle Anbieter haben das Potenzial von HomeMatic erkannt und bieten mit IP-
Symcon, homeputer oder ebrixx interessante Produkte an, die die Funktionalität des Systems immens erweitern können. Seit einer der letzten
Firmwareversionen ist es nun auch auf einfachste Weise möglich, via dem Webportal "Meine HomeMatic" weltweit und sicher auf das Eigenheim zuzugreifen, um z.Bsp. die Heizung von unterwegs einzuschalten.
Auch mit BlueId ist ein solcher Zugriff via Handy möglich.
Weiterhin steht mit HomeMatic@TV ein Produkt in den Startlöchern, das die Steuerung
des Systems direkt über einen kompatiblen Fernseher ermöglicht. Durch die Offenlegung der internen Kontrollmechanismen ist der Weg für weitere Erweiterungen geebnet...mal schauen, was die Zukunft so bringt.
